Logistische Engpässe bedrohen die europäische SAF-Einführung, heißt es beim IATA-Forum
Die europäische Luftfahrt steht angesichts verschärfter SAF-Vorgaben vor erheblichen Einschränkungen bei Verteilung und Infrastruktur, wie Branchenvertreter beim IATA Aviation Energy Forum in Paris erfuhren.

Der europäische Luftfahrtsektor sieht sich mit erheblichen Engpässen in Lieferketten und Infrastruktur konfrontiert, während er sich an strengere Vorgaben für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) anpasst. Dies ging aus Diskussionen beim IATA Aviation Energy Forum hervor, das vom 12. bis 14. Mai in Paris stattfand, wie MaltaToday berichtete.
Im Rahmen der ReFuelEU Aviation-Verordnung der Europäischen Union gelten inzwischen verbindliche SAF-Beimischungsquoten, die bis 2050 schrittweise steigen sollen. Die Forumsteilnehmer stellten jedoch fest, dass die physischen Liefermechanismen mit dem Tempo der regulatorischen Verpflichtungen kaum Schritt halten können. Damit verlagert sich die zentrale Herausforderung von der politischen Konzeption auf die operative Umsetzung.
Defizite bei Logistik und Infrastruktur
Die SAF-Produktion ist weiterhin auf eine begrenzte Anzahl von Produktionsstandorten konzentriert. Nachgelagerte Logistikanlagen – darunter spezielle Lagerkapazitäten, zertifizierte Mischinfrastruktur und Pipeline-Anbindungen – bleiben weiterhin hinter den erforderlichen Verteilungsmengen an europäischen Drehkreuzen zurück.
Gleichzeitig erschweren übergreifende Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit den Übergang zusätzlich. Geopolitische Störungen, schwankende Raffineriemargen und strenge Emissionsgrenzwerte beeinträchtigen die Verfügbarkeit von konventionellem Flugkraftstoff. Dies veranlasst Fluggesellschaften und Abnehmer, neben Preis- und Mengenaspekten auch der Widerstandsfähigkeit der Versorgung Priorität einzuräumen.
Integration entlang der Lieferkette
Marktteilnehmer betonten, dass die Bewältigung dieser Herausforderungen eine umfassende, segmentübergreifende Integration der Kraftstofflogistik erfordert. Handels- und Vertriebsunternehmen mit etabliertem Zugang zur Infrastruktur übernehmen eine bedeutendere operative Rolle.
Die auf Malta ansässige Rohstoffhandelsgruppe Alkagesta hob auf dem Forum ihre ausgeweitete Präsenz im Flugkraftstoffgeschäft hervor. Das Unternehmen, das Handelsaktivitäten in 42 Ländern unterhält, hat Liefervereinbarungen im Zusammenhang mit dem NATO Central European Pipeline System gesichert, das Flughäfen in Deutschland und Belgien versorgt, und zudem die ISCC CORSIA-Zertifizierung für den Umgang mit nachhaltigen Kraftstoffen erhalten.
Alkagesta-Geschäftsführer Orkhan Rustamov erklärte den Teilnehmern, dass sich die Beschaffung von Flugkraftstoffen grundlegend weiterentwickelt habe und zertifizierte Logistikinfrastruktur sowie Garantien für die Einhaltung von Vorschriften inzwischen entscheidend für die Versorgungskontinuität seien. Branchenbeobachter kamen zu dem Schluss, dass das Dekarbonisierungstempo des Sektors letztlich von physischen Verteilungsnetzen, Tanks und Pipelinesystemen abhängen werde und nicht allein von politischen Zielvorgaben.
Quellen
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Quellen
- MaltaToday report — MaltaToday
- ePlane AI report — ePlane AI
Daniel Okoro
Schifffahrtskorrespondent
Daniel berichtet über Tankermärkte, Terminalbetrieb und Schiffskraftstoffversorgung in Westafrika und Nordwesteuropa.



